Nähbuch-Test: Rock-Festival von Mme Zsazsa

Zunächst einmal herzlichen Dank für die lieben Kommentare zu meinem ersten Nähbuch-Test. Ich war nicht sicher, ob diese Art von Buchrezension euch da draußen in der großen Bloggerwelt interessiert. Umso schöner, dass dies anscheinend so ist. 🙂

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Weiter geht es heute mit „Rock-Festival – Fabelhafte Modelle zum Nähen für Groß und Klein“ von Mme Zsazsa (Verlag: Bassermann Inspiration, Preis: 14,99 Euro, Fotografien im Buch von Elza D.). Die Autorin stammt aus Belgien und in ihrem Heimatland ist es unter dem Titel „Allemaal Rokjes“ erschienen. Wie der Titel schon erahnen lässt, werden im Buch viele verschiedene Rockmodelle für Mädchen und Frauen vorgestellt.

Der erste Eindruck

Die Fotos wurden alle in einem Zirkus aufgenommen, was natürlich ein wunderbarer Rahmen ist, um die farbenfrohen Röcke in Szene zu setzen. Jede Anleitung verfügt über mehrere Skizzen zur Erläuterung. Das Layout ist lässig und ungezwungen, der Schreibstil von Mme Zsazsa locker und witzig. „Diese Schere verwenden Sie ausschließlich zum Stoffschneiden, sonst kommen Sie in die Hölle“, heißt es da zum Thema Stoffschere. Insgesamt macht alleine schon das Durchblättern Lust darauf, die Röcke nachzunähen. Ein großes Plus ist, dass die Schnittbögen für Mädchen (Größe 92 – 164) und Frauen (Größe 34 bis 46) beiliegen.

Das sind die Nähprojekte

Ich zähle mal die unzähligen Varianten auf: Rock mit Gummizug, A-Form, Unterröcke, Rock mit Jersey-Bund, Schwangerschaftsrock (sehr schön, fertige Schnitte findet man selten), Bahnenrock, Glockenrock, Wickelrock, gerader Rock, Tellerrock, Kräuselrock, Rock mit Schleife, Knopfleiste oder Kellerfalte,… Die Möglichkeiten sind enorm. Die meisten Modelle basieren auf den zwei Grundschnitten A-Form und Glockenrock. So wird beispielsweise für den Wickelrock einer der beiden Schnitte verwendet.

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Dazu werden verschiedene Techniken erklärt, zum Beispiel das Einnähen eines Reißverschlusses oder Futters, verschiedene Säume (vom einfachen Umnähen bis hin zum Versäubern mit Schrägband oder Spitzenborte) sowie das Anbringen eines Paspelbands.

Wer den einen oder anderen Rock genäht hat, kann die Techniken natürlich je nach Wunsch kombinieren, was den Schwierigkeitsgrad erhöht. Das einzige, das fehlt, sind Taschen.

Der Nähtest: zwei A-Linien-Röcke

Der A-Linien-Rock ist einer der Grundschnitte im Buch und ohne Extras sehr schnell zu nähen. Eine Größentabelle steht am Anfang des Buches. Schnitt abpausen und los geht´s. Die einfachste Form, die ich zunächst genäht habe, verfügt am Bund über einen Beleg (die Autorin unterscheidet zwischen Beleg = zur Verstärkung innen und Besatz = Bundstück außen, siehe Eulen-Rock weiter unten).

Hier das Modell aus dem Buch:

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Und hier meine Version – schlicht und ohne jedes Extra:

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Auf dem folgenden Foto seht ihr den Beleg:

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Es gibt zwei Anleitungen zum Einnähen eines Reißverschlusses, einmal als verdeckte und einmal als normale Version. Bei der letzten Variante wird der Schlitz oben zwischen Vorder- und Rückteil zusammengesteppt und nach dem Anbringen des Reißverschlusses wieder aufgetrennt. Madame Zsazsa rät übrigens, den Reißverschluss wegzulassen, wenn man schmale Schultern hat und den Rock über den Kopf gezogen bekommt. Ist natürlich die einfachste Variante, aber auch die bequemste?

Motiviert vom ersten Rock wagte ich mich an Modell Nummer zwei, dieses Mal mit Besatz (außen) und Paspelband.

Das Modell im Buch:

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Und voilà, so sieht er bei mir aus (mit kleinen Trageknitterfalten – bei den derzeitigen Spätsommertemperaturen ist der Rock zu meinem Lieblingsstück mutiert):

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Im Buch ist erklärt, wie man selbst eine Paspel herstellen kann, ich habe mich aber mit fertigem Band begnügt.

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Der Saum wird zwei Mal umgeschlagen:

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Der Rock war recht schnell genäht. Ich habe einen etwas festeren Stoff verwendet, so dass er auch noch herbsttauglich ist.

Schwierigkeitsgrad

Das hängt natürlich vom jeweiligen Modell ab. Wer einen einfachen Jersey- oder Mädchenrock mit Gummizug wählt, kann natürlich wenig falsch machen. Je mehr Extras hinzukommen, desto schwieriger wird’s, aber das ist natürlich – finde ich – eine schöne Herausforderung. Das Buch ist durchaus für Nähanfänger gedacht, aber auch Fortgeschrittene kommen auf ihre Kosten.

Die erklärten Nähtechniken und Stoffempfehlungen

Da sich das Buch auch an Anfänger richtet, startet es mit einem „ausführlichen Nähkurs. Dauer etwa eine Viertelstunde“. Dabei werden kleine Säckchen genäht, die später beim Zuschneiden als Fixiergewichte verwendet werden können. Darauf habe ich verzichtet, denn gerade Nähte kann ich schon 😉 Erläutert wird zudem das Maßnehmen, es gibt Tipps zu Stoffauswahl und Kurzwaren sowie eine Anleitung, wie die Schnitte zu übertragen, der Stoff zuzuschneiden und später zu nähen ist.

Kaufen: ja oder nein?

Definitv ja. Allein das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Wo bekommt Frau sonst für 15 Euro so viele Rockmodelle geboten? Ein gutes Grundlagenbuch für alle, die gerne Röcke mögen und nähen.

Und nun werde ich bei Rums schauen, wer sonst noch so nähaktiv war.

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2 Gedanken zu “Nähbuch-Test: Rock-Festival von Mme Zsazsa

  1. Hallo Kerstin,
    Das scheint mir wirklich ein ganz tolles Buch zu sein. Nächste Woche fängt mein Nähkurs wieder an und ich glaube, ein paar Röcke könnten es dieses Jahr noch werden. Danke für die Vorstellung des Buches.
    Wünsche ein schönes Wochenende,
    Claudine

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