Babybadetuch mit Kapuze nähen

Was lässt sich ruckzuck nähen und ist ein hübsches DIY für Babys? Na klar, ein Kapuzenhandtuch. Für mein Exemplar habe ich nicht einmal zwei Stunden zum Anfertigen benötigt. Verschiedene Tutorials für solche Badetücher – beispielsweise mit aufwendigen Applikationen oder komplett doppellagig – gibt es mit ein wenig Suche im Netz, daher hier nur eine Kurzanleitung, wie ich das Handtuch genäht habe.

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Material:

  • 80 cm Frottee (normale Stoffbreite)
  • 30 x 30 cm großes Stück Baumwoll-Webstoff (bei mir mit Tiermotiv)
  • 4 m Schrägband
  • eine kleine Untertasse

Stoffe vorwaschen:

Es empfiehlt sich, die Stoffe so vorzuwaschen wie sie später in die Waschmaschine und gegebenenfalls den Trockner kommen. Ich beschränke mich bei diesem Handtuch auf 40 Grad, da 60 Grad für den Webstoff zu viel sind. Das Schrägband habe ich vorab lose aufgewickelt in heißes Wasser gelegt, damit es gefaltet bleibt, es an der Luft trocknen lassen und vor dem Nähen gebügelt.

Anleitung:

  1. Aus Frottee habe ich ein 80 x 80 cm großes Stück ausgeschnitten sowie ein Dreieck, das die Kapuzenvorderseite bilden wird. Die beiden Dreiecks-Seiten, die im 90-Grad-Winkel aufeinanderstoßen und später an der Außenkante des Handtuchs liegen werden, sind je 28 cm lang. Die dritte Seite ist dann um die 39,5 cm lang.
  2. Aus Baumwoll-Webstoff habe ich das Dreieck ebenfalls in dieser Größe ausgeschnitten.
  3. Mithilfe einer kleinen Untertasse und einem Rollschneider habe ich die vier Ecken des späteren Handtuchs abgerundet.
  4. Frottee- und Webstoff-Dreieck werden nun links auf links aufeinandergelegt und an allen Seiten knappkantig mit großer Stichlänge aneinander geheftet. So kann später nichts verrutschen.
  5. Die lange Dreiecksseite wird mit Schrägband eingefasst.
  6. Das Dreieck auf eine der vier Ecken auf die rechte Seite des Frottee-Quadrats legen, der Webstoff schaut nach oben. Das Handtuch rundherum mit Schrägband einfassen. Fertig!

 

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Galerie

Nähbuch-Test: „Taschenlieblinge selber nähen“ von Pattydoo

 

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Noch selten habe ich es erlebt, dass ein Nähbuch einen solchen Hype auslöst. Wie viele andere interessierte Näherinnen habe ich trotz Vorbestellung einige Tage nach dem Veröffentlichungsdatum warten müssen, bis ich es schließlich vom Versandhandel zugeschickt bekam.

Es geht um das Buch „Taschenlieblinge selber nähen“ von Pattydoo (erschienen im Christophorus Verlag, Preis: 16,99 Euro), die viele bereits aufgrund ihres Blogs, ihrer Schnittmuster und Nähvideos kennen. Ich selbst habe bereits das T-Shirt Leo nach ihrem Schnitt genäht.

Das sind die Nähprojekte

Insgesamt gibt es 14 verschiedene Taschenschnitte, wobei der Begriff Tasche weit gefasst ist. Er reicht von der Tablethülle und dem Stiftemäppchen über das Portemonnaie und die Handtasche bis zur geräumigen Reisetasche.pattydoo_taschenlieblinge2

 

Jede Tasche hat ihr eigenes Extra, zum Beispiel die Hobo-Bag, die sich mit einem Reißverschluss an den Taschenseiten und dem -boden vergrößern lässt (Tasche auf dem Buchcover). Es werden auch unterschiedliche Materialien verwendet wie Oxfordgewebe und (Kunst)Leder. Oft ist es mit einem Endlosreißverschluss als Zubehör nicht getan, sondern auch D-Ringe, Karabiner oder Verschlüsse in bestimmten Größen werden benötigt, ebenso Einlagen zur Verstärkung. Wer eine der Taschen nähen will, sollte also vorab den Besuch im Stoffladen einplanen (ich zumindest bin zubehörtechnisch nicht so gut ausgestattet).

Der Nähtest

Weil ich relativ spontan eine Tasche aus dem Buch nähen und mit etwas Einfachem starten wollte, habe ich mir die Tablethülle ausgesucht für meinen Nähtest. Es gibt sie in zwei Größen, mein E-Book-Reader passt in das kleinere Modell perfekt hinein.

Jede Anleitung ist bebildert:

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Es ist sicher positiv, dass bei ein und dem gleichen Modell mehrere Varianten möglich sind. Nur leider führt es in diesem Fall zu Verwechslungen. Genäht wird in der Anleitung das große Modell, das über eine zusätzliche Außentasche verfügt. Diese befindet sich auf der Vorderseite (folgendes Foto, linkes Modell, Brillenstoff), die Taschenklappe somit auf der Hinterseite (nicht sichtbar). Nun habe ich bei dem kleinen Modell aber die Außentasche weggelassen, so dass die Klappe sich auf der Vorder- und nicht auf der Hinterseite befindet (rechtes Modell). Auf diesen Unterschied wird in der Anleitung allerdings nicht eingegangen und wer nicht mitdenkt, näht schnell mal die falschen Teile zusammen.

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Ich schaffte es noch, die fertige Taschenklappe an die richtige Seite zu nähen. Die nächste Hürde kam dann beim Aneinandernähen aller übrigen Schnittteile. Da ich nicht nur die Außentasche weggelassen hatte, sondern auch die Gurtbandverzierung auf der Vordertasche, dann auch noch Vorder- und Hinterseite bei mir und in der Anleitung nicht überein stimmten, kam ich mit der Beschreibung im Buch und auch den Anleitungsfotos nicht weiter. Großer Knoten im Kopf.

Ich habe mich dann an eine Handyhülle erinnert, die ich vor einiger Zeit genäht habe und die ähnlich ist. Mit der Anleitung dazu ist es mir dann gelungen.

Ich habe die einzelnen Schritte mitfotografiert – für alle, die die Tablethülle noch nähen wollen und ebenfalls rätseln. Bitte einmal auf das erste große Foto klicken, dann öffnet sich die Bildergalerie mit den Erläuterungen.

Wie ich im Nachhinein gesehen habe, hatte sich auch ein Fehler in die Anleitung eingeschlichen. Alle Korrekturen zum Buch sind auf der Seite von Pattydoo zu finden. In neueren Auflagen ist das evt. schon berichtigt.

So sieht meine Tablethülle am Ende aus. Das Gurtband ist etwas kürzer als im Original:

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Der E-Book-Reader passt bestens hinein.

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Die erklärten Nähtechniken

Zu Beginn des Buchs geht Pattydoo bzw. Ina auf die passenden Stoffe, Vlieseinlagen und weiteres Zubehör ein. Einige Tipps gibt es zudem zum Abpausen der Schnittteile, zum Zuschneiden und Nähen.

Pattydoo ist unter anderem so beliebt, weil Ina Nähvideos anfertigt. Beim T-Shirt Leo hatte ich das selbst getestet und fand es super, da Text und bewegtes Bild einfach leichter verständlich sind als Text und Fotos wie sonst in klassischen E-Books. Sicherlich wäre es viel zu aufwändig geworden, zu jeder Tasche ein Video anzufertigen. Allerdings gibt es zehn Nähvideos zum Buch, in denen einzelne Nähschritte erklärt werden, zum Beispiel das Annähen eines Reißverschlusses. Bei jeder Anleitung wird auf das passende Video verwiesen. Die Videos sind auf Youtube abrufbar und daher nicht nur für Käufer des Buchs interessant.

Kaufen – ja oder nein?

So sehr ich das durchdachte E-Book inklusive Video zum Shirt Leo geschätzt habe, so wenig kam ich nun mit der Buchanleitung zurecht. Natürlich lässt sich immer die Frage stellen: Bin ich zu blöd oder ist die Anleitung nicht gut gemacht? Ein anderes Modell habe ich bisher noch nicht aus dem Buch ausprobiert, auch wenn die Hobo-Bag auf dem Cover mich noch reizt.

Wer Interesse daran hat, auch mal kompliziertere Schnitte oder noch nie vernähte Stoffe auszuprobieren, der ist mit diesem Buch sicherlich gut bedient. Wobei „Taschenlieblinge selber nähen“ auch für Anfänger geeignet ist, da jedes Nähniveau abgedeckt ist. Die Auswahl an Modellen ist dann eben geringer.

Ob die Modelle dem eigenen Geschmack und Nähniveau entsprechen, ist natürlich von jedem Einzelnem abhängig. Daher würde ich vor dem Kauf einen Blick ins Inhalsverzeichnis empfehlen, um zu schauen, ob etwas Passendes dabei ist.

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Kennt ihr das Buch schon? Welche Eindrücke habt ihr davon gewonnen?

Turnbeutel „Josie“

Kurz vor Ende des Monates Januar schaffe ich es also noch zum ersten Blogbeitrag des Jahres. 😉 Heute lasse ich kurz und knapp die Bilder sprechen. Genäht habe ich den Turnbeutel „Josie“ nach einem kostenlosen Schnittmuster von Frau Fadenschein. Ein schöner und einfacher Schnitt und eine super Anleitung.

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Eigentlich hat der Turnbeutel auf der Vorder- und Rückseite jeweils oben und unten unterschiedliche Stoffe. Ich habe jedoch nur eine Vorder- und eine Rückseite verwendet, weil mir mein Stoff zu schade war zum Durchschneiden.

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Man kann die Schnur natürlich unten auch beidseitig in die Schlaufen einfädeln, dann ist er auf dem Rücken tragbar.

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Unten hat der Turnbeutel einen schmalen Boden, so dass schön viel Platz ist.

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Rucksack Theo ist endlich fertig!

Sechs Wochen Blog-Abstinenz! Und wisst ihr was? Ich hatte tatsächlich nichs zum Zeigen, da ich eeeewig an diesem Rucksack genäht habe. Zwischenzeitlich war ich drauf und dran, alles in die Tonne zu werfen und einfach einen zu kaufen. Aber dazu später mehr…

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Auf verschiedenen anderen Blogs hatte ich Rucksack Theo schon vor längerer Zeit gesehen und mir direkt das E-Book besorgt. Ich finde ihn von der Aufteilung her einfach toll.

Vorne befindet sich eine Tasche zum Aufklappen, die bei mir mit Klettband schließt, an der Seite zwei weitere Taschen für Getränke. Wichtig war mir zudem, dass er ordentlich sitzt und anständige Träger hat.

Das E-Book von Krumme-Nadel ist reich bebildert. Jeder Schritt wird detailreich erklärt. Und visuell ist es zudem ansprechend. Allein die Anleitung ohne Abbildungen von Probenähbeispielen und Schnittmuster nimmt schon fast 80 von insgesamt 100 Seiten in Anspruch.

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Als Verstärkung habe ich Soft & Stable verwendet, das ist ein etwa 0,5 cm dicker Schaumstoff. So ist der Rucksack formstabil. Als ich die Fotos machte, befand sich nichts darin. Soft & Stable wird innerhalb der Nahtzugabe aufgenäht, das Aufbügeln der Vlieseline entfällt also.

Der äußere Stoff mit den Tieren ist ein lange gehegtes Stoffstück von Alexander Henry, das nun endlich Verwendung gefunden hat, zusammen mit einem gelben Stoff von Art Gallery. Innen sowie für die Rückseite außen habe ich unifarbenen Baumwollköper in dunkelblau genutzt.

Der Rucksack besteht aus einigen Einzelteilen, was ich anfangs etwas unterschätzt hatte. Das Zusammenähen braucht somit natürlich seine Zeit und da die bei mir sowieso knapp ist, zog sich das Rucksacknähen etwas länger hin. Wenn man ständig aufhört und wieder anfängt, verliert man zwischendrin eben immer wieder den Faden…

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Zudem bin ich beim Nähen über ein Teil gestolpert, bei dem ich nicht sicher bin, ob der Fehler bei mir liegt, ob es Absicht ist oder ob in der Anleitung bei diesem Teil die Nahtzugabe nicht inklusive ist, obwohl es so daran notiert ist (wer ihn nachnähen möchte: Es ist die obere Passe, also die beiden langen, aber schmalen Streifen, an denen der Reißverschluss angenäht wird). Jedenfalls geriet das alles viel zu schmal und ich bemerkte es erst, als es schon zu spät war. Also erstmal schwer grübeln, auftrennen, neuen Stoff zuschneiden, von vorne anfangen… Das sind dann die Momente, in denen man schnell mal im Internet sucht, was es für schöne Modelle mit einem Klick zu kaufen gibt…

Inzwischen bin ich aber froh, dass ich es geschafft habe. Theo hat nun seinen Stammplatz an der Kindergarderobe gefunden und wird jeden Tag ausgeführt 🙂

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Geschenktüte basteln ohne Mega-Zubehör

Was gibt es nicht alles für Stempel und Ausschneide-Werkzeug! Und seit einigen Monaten hat Stampin‘ Up jetzt auch noch ein Stanz- und Falzbrett für Geschenktüten im Programm. Geht es denn gar nicht mehr ohne? Das mag man meinen, wenn man hier und dort so manchen Blog anschaut.

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Da meine Ausstattung begrenzt ist, ich nicht soooo viel mit Papier bastele und schon gar nicht in die Massenproduktion einsteige, finde ich, geht manches auch gut ohne dieses ganze Zubehör und das möchte ich heute anhand einer Geschenktüte zeigen, die ich gebastelt habe. Hinein passen eine Duschlotion, eine Bodylotion in Minigröße und eine Seife, aber natürlich kann man auch etwas anderes hineinpacken.

Für die Verpackung benötigt man:

  • 1 Din A4 Blatt dickeres Papier / dünnen Karton in Farbe
  • 1 Din A4 Blatt dickeres weißes Papier für den Ausdruck des Schriftzugs
  • für die Anhänger: Dekopapier – ich habe hier Geschenkpapier (akutell von Depot) verwendet, die Blätter ausgeschnitten und auf weißen Karton geklebt
  • weitere Materialien wie Schere, Papierschneider (ein Lineal mit Cuttermesser und Falzmesser tut es auch), Klebstoff, Locher.
  • Band

Die Geschenktüte ist 8 cm breit, 6 cm tief und 17 cm hoch. Ich habe das gesamte Din A4 Blatt verwendet. So sieht die Vorlage aus (ihr könnt sie euch hier als pdf herunterladen und ausdrucken)

Geschenktüte basteln aus Din A4 Blatt

Die gestrichelten Linien sind die Falzlinien, die durchgezogenen Linien werden mit der Schere eingeschnitten. Das Rechteck rechts unten fällt also weg.

Wie geklebt wird, erschließt sich nach dem Falzen wahrscheinlich schon von alleine: Zunächst wird die Tüte an der Seite geschlossen (Verbindungsstreifen), dann der Boden. Dafür zunächst die schmalen Bodenteile nach innen falten, dann die breiteren Bodenteile nacheinander festkleben.

Damit sich die obere Öffnung schließt, die schmalen Seitenwände nach innen legen. Es hilft, die Finger dazwischen zu legen. So sieht das Ganze von der Seite aus:

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Die Löcher habe ich mit dem Locher hinzugefügt. Alternativ kann man natürlich auch eine Lochzange verwenden.

Nun zur Deko:

Die zwei Blätter sind Motive eines Geschenkpapiers, die ich ausgeschnitten und auf dickeren Karton geklebt habe. Solche Formen lassen sich natürlich auch aus Designpapier ausschneiden.

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Da ich keinen „Danke“-Stempel besitze, habe ich den Schriftzug auf dickeres weißes Papier ausgedruckt und ausgeschnitten. Ich finde, das ist eine sehr gute Möglichkeit, wenn man eine bestimmte Größe benötigt oder den passenden Stempel inklusive Stempelfarbe einfach nicht da hat. Es setzt natürlich einen Farbdrucker voraus, wenn der Schriftzug nicht gerade schwarz sein sollte.

Bei dieser Schrift handelt es sich um „Leafy font“, gefunden auf dafont.com. Es gibt dort ganz tolle Schriftarten, die sich leicht auf dem eigenen PC installieren lassen. Auf der Seite ist auch in deutscher Sprache erklärt, wie das geht.

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Karostöffchen kreativ verwertet

Vor gut einem Jahr hat AppelKatha die Kreative Stoffverwertung, auch kurz KSW genannt, ins Leben gerufen. Sie hat an einige Teilnehmerinnen ein Stück Stoff, mit dem sie nichts anzufangen wusste, geschickt und sich überaschen lassen, was dabei herauskommt. Bisher waren mir die Muster immer etwas zu schräg/schrill/schwierig oder ließen mich inspirationslos, aber bei Ausgabe Nummer acht (soweit sind wir inzwischen!), habe ich mein Glück versucht. Und wurde doch tatsächlich von Julia alias Juliespunkt, der diesmaligen Ausrichterin der KSW, aus dem Lostopf gezogen. Sie verschickte ein Stück weiß-roten-Karostoff, recht universell einsetzbar.

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Ursprünglich wollte ich ihn verwenden für eine Kosmetiktasche fürs Schwimmbad, die höher als breit ist, damit Duschgel und Shampoo reinpassen. Aber dafür passte das Stück Stoff von der Größe her nicht. Stattdessen wurde es nun ein Körbchen, das „Fabric Berry Basket“, nach einem kostenlosen Schnittmuster von der amerikanischen Bloggerin Noodlehead. Ich gebe zu, die Löcher sind nicht ganz so praktisch und hätte ich eine etwas stabilere Einlage als S320 verwendet, wäre das Ergebnis sicherlich etwas optimaler. Aber auch so finde ich den Schnitt ganz süß und überlege schon, ob ich ein Körbchen für Ostereier nähe. Dieses hier, für das ich außen Wachstuch verwendet habe, ist in die Kinderküche gewandert, wo nun das Holzobst aufbewahrt wird.

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Und nun bin ich echt gespannt, was die anderen rund 20 Damen aus ihrem Stück Stoff so fabriziert haben. Einmal hier entlang bitte zur KSW 8 und wer noch mehr Kreatives sucht, wird sicher beim Creadienstag fündig.

Zum Abschluss noch ein dickes Dankeschön an Julia und Katharina. Es war eine Freude, dabei zu sein. Kerstin

Nähbuch-Test: „Tolle Taschen selbst genäht“ – mit Gratis-Anleitung

Daran, dass ich wieder zum Nähen gekommen bin, hat „Tolle Taschen selbst genäht“ etwas „Mitschuld“. Nachdem ich als Teenager Klamotten für mich hergestellt hatte und dann jahrelang gar nicht an der Maschine saß, kam ich vor gut vier Jahren wieder zurück zu meinem alten Hobby. Auch dank dieses Buchs, das ich heute in meiner Blogserie „Nähbuchtest“ vorstellen möchte. In dieser losen Reihe rezensiere ich Nähbücher und probiere jeweils eine Anleitung aus.

tolle taschen selbst genäht7Dass ich „Tolle Taschen selbst genäht“ (von Miriam Dornemann, erschienen im Topp Verlag, ISBN 9783772467349, 14,99 Euro) erstmals in die Hand nahm, liegt also schon recht lange zurück. Für mich ist es inzwischen zu einem Klassiker geworden, den ich immer wieder aus dem Regal ziehe und deshalb möchte ich es euch heute – wenn auch nicht topaktuell – gerne vorstellen.

Das sind die Nähprojekte

Das Buch verfügt über Anleitungen und Schnittmuster für 25 Taschen. Es ist untergliedert in die drei Kapitel „Handtaschen“, „Beutel und große Taschen“ sowie „Kleine Täschchen“. Das reicht also von der Kosmetiktasche über den Einkaufsbeutel und der Clutch bis hin zur Reisetasche. Besonders gut finde ich, dass die Schnittmuster alle auf einem Bogen im Anhang des Buchs zu finden sind.

tolle taschen selbst genäht6Am Anfang eines jeden Kapitels werden die Taschen getragen gezeigt. Anschließend folgt auf einer Doppelseite je eine Anleitung. Kleine Zeichnungen zeigen darin einzelne Nähschritte auf.

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Der Nähtest

Eine Tasche, die ich bisher noch nicht aus dem Buch genäht hatte, ist die „Kleine Charlotte“. Man kann sie als Stiftemäppchen nutzen oder auch für Kosmetik.

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Ich kam wie immer gut mit der Erklärung zurecht. Nur einmal bin ich gestolpert, weil ich nicht gleich verstanden habe, welche Stoffseiten aufeinander gehören. Zudem soll das fertige Futterteil am Reißverschluss des Oberstoffs per Hand angenäht werden. Das habe ich dann mal gepflegt die Nähmaschine erledigen lassen, auch wenn das Ergebnis jetzt nicht so sauber ist.

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Stoff außen: Fabric Freedom, Woodland Walk, Tied Together Dusk, Stoff innen: Hamburger Liebe, Polka Dots Rosé.

Wer E-Books mit Schritt-für-Schritt-Anleitung gewöhnt ist, dem mag die Erläuterung nicht ausführlich genug sein. Ich denke aber, mit etwas Überlegen kommt jeder gut hin.

Wer die „Kleine Charlotte“ ebenfalls nähen möchte, kann hier die vom Topp Verlag zur Verfügung gestellte Anleitung herunterladen (ca. 28 MB).

tolle taschen selbst genäht4Ausgiebig getestet wurden auch schon eine Clutch und diverse Einkaufsbeutel, die ich allerdings allesamt verschenkt habe, ohne sie vorher zu fotografieren. Mein Lieblingsprojekt aus „Tolle Taschen selbst genäht“ ist die „Viktoria“, eine klassische Kosmetiktasche ohne Schnickschnack. Dies ist mein erstes Modell, aus Wachstuch, und ich habe es bisher für meine Kosmetika benutzt.

Nun habe ich sie mir erneut genäht, weil ich mich nach Jahren nun wirklich satt gesehen habe an dem Kindermotiv. Ich denke, das Beispiel ist gut, um zu zeigen, wie variabel die Schnitte im Buch sind, da eine ganze Reihe von Modellen Basics sind, die sich nach den eigenen Vorstellungen erweitern lassen.

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Ich habe den „Viktoria“-Schnitt verbreitert. Zudem habe ich zwei verschiedene Stoffe und auch eine Paspel verwendet.

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Stoffe außen: Cotton+Steel, von Rashida Coleman-Hale, aus der Serie Moonlit: Arrows in Indigo & Nightsky in Indigo; Stoff innen: Art Gallery Fabrics, aus der Serie Chromatics: Pointelle in Shade.

Der Schwierigkeitsgrad

Er variiert und wird mit den Werten 1 bis 3 für jede Tasche angegeben. Meiner Meinung nach ist das Buch sowohl für Anfänger wie für Fortgeschrittene geeignet.

Die erklärten Nähtechniken und Stoffempfehlungen

Hinweise gibt es zu den notwendigen Materialien, dem Nähgarn und Verschlüssen. Erklärt wird außerdem, wie sich Knöpfe selbst beziehen lassen, welche Stoffe zur Auswahl kommen können und wie sie letztlich zugeschnitten werden.

Auf zwei Seiten geht es um die perfekte Einlage. Das Thema kommt meiner Meinung allerdings etwas zu kurz. Empfohlen werden rein generell S320, H630, Decovil sowie Vliesofix zum Applizieren. Welche Einlage zu welcher Tasche am besten passt, bleibt ungeklärt. Da hilft nur, es selbst auszuprobieren und seine Vorlieben zu entdecken.

Die Taschen verfügen standardmäßig nicht über Innentaschen. Wer eine hinzufügen möchte, kann sich die Erklärung „Verdeckte Tasche mit Reißverschluss einnähen“ zu Gemüte führen. Beschrieben ist auch, wie man außen eine kleine Vordertasche anbringt. Weiterhin gibt’s Anleitungen zum Anfertigen von Dekorationen, zum Beispiel einer Blüte aus Webbändern.

Kaufen: ja oder nein?

Wer gerne Taschen näht, dem sei das Buch als Basiswerk empfohlen, auch wenn einige Handtaschen nicht unbedingt meinen Geschmack treffen. Ich habe den Kauf nicht bereut. Das einzige, was mir fehlt, ist eine Anleitung für einen Messenger-Bag. Ansonsten lässt sich in Sachen Vielfalt nicht meckern (und wer weitere „Tolle Taschen“ nähen möchte, findet weitere Exemplare in einem Nachfolgebuch der gleichen Autorin).

Schade finde ich, dass viele Beuteltaschen nicht durch einen Reißverschluss oder Druckknopf geschlossen werden. Wer diese hinzufügen möchte, muss sich also selbst etwas einfallen lassen.

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Wer auf Schnickschnack steht – zum Beispiel zuhauf aufgesetzte Taschen oder Applikationen – der kann das Buch als Grundlage nutzen, muss sich aber größtenteils selbst überlegen, wie er die Modelle „pimpt“. Da ich solches Tüdeldü sowieso nicht mag, fehlt es mir nicht.

Was ich super finde: Die Schnitte lassen sich leicht abändern, wie ihr oben bei der „Viktoria“ gesehen habt. Auch ein Einkaufsbeutel lässt sich größenmäßig anpassen, wenn der Grundschnitt da ist. Aus der Clutch ist bei mir schon eine Kosmetiktasche geworden mit Reißverschluss statt Lasche. Insofern finde ich die knapp 15 Euro wirklich gut investiert.

Weitere Nähbuch-Tests:

Mme ZsaZsa: „Rock-Festival“

Susanne Bochem: „Mama-Baby-Nähbuch“

Verlinkt zu: Rums